Lüften im Winter: was das Umweltbundesamt in Minuten angibt
Kurz
- Im Winter zwei- bis dreimal am Tag etwa fünf Minuten pro Raum, Fenster weit offen. Schlafzimmer morgens, Küche und Bad direkt nach dem Kochen oder Duschen, je fünf bis zehn Minuten.
- Kippfenster kühlen Laibung und Sturz aus, dort kann sich Wasser niederschlagen. Bad und Küche bei geschlossener Tür lüften, damit die Feuchte nicht in die Wohnung zieht.
- Kalte Außenluft trocknet auch bei Regen. Luft mit 0 °C und 80 Prozent hat aufgewärmt auf 20 °C nur noch 21 Prozent.
Warum ich das aufschreibe
Bei mir heizen noch vier Nachtspeicheröfen, vier sind abgeklemmt (Eintrag 42). Jede Minute mit offenem Fenster kostet Strom, und die Ratschläge zum Lüften widersprechen sich in den Minuten. Ich habe deshalb nachgesehen, was das Umweltbundesamt tatsächlich schreibt, und wo andere Stellen andere Zahlen nennen.
Wie lange und wie oft
Auf der UBA-Seite zum Lüften gegen Schimmel (Stand Dezember 2024) steht: In der kalten Jahreszeit reicht es, „2-3-mal am Tag für ca. 5 Minuten pro Raum mit einem oder mehreren weit geöffneten Fenstern“ zu lüften. Im Sommer sind es 10 bis 20 Minuten.
| Raum | Wann | Dauer im Winter |
|---|---|---|
| jeder Raum | 2- bis 3-mal am Tag | ca. 5 Minuten |
| Schlafzimmer | morgens nach dem Aufstehen | 5–10 Minuten |
| Küche, Bad | beim und direkt nach dem Kochen oder Duschen | 5–10 Minuten |
UBA, „Wie lüfte ich richtig?“, zuletzt aktualisiert am 13.12.2024
Andere Quellen weichen ab. Der UBA-Umwelttipp zum Heizen (Stand 2023) sagt im Winter fünf bis zehn Minuten. Die Verbraucherzentrale (Stand September 2026) sagt drei bis fünf Minuten bei Kälte oder Wind und mindestens drei- bis viermal am Tag. Ich halte mich an die Schimmelseite des UBA, weil sie die jüngere der beiden UBA-Angaben ist und genau dieses Thema hat.
Die Liste, die ich mir nach vier Angeboten geschrieben habe
Zeile für Zeile, was in einem Wärmepumpen-Angebot stehen muss, damit sich zwei Angebote überhaupt vergleichen lassen. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.
Warum nicht kippen
Ein gekipptes Fenster tauscht wenig Luft aus und müsste lange offen bleiben. Im Leitfaden des UBA steht, dass dabei in der kalten Jahreszeit Fensterlaibung und Sturz stark auskühlen und sich dort Wasser niederschlagen kann. Dazu kommt der Energieverbrauch. Eine Zahl, wie viel das kostet, nennt das UBA nicht, also nenne ich auch keine.
Am schnellsten geht es mit gegenüberliegenden Fenstern gleichzeitig offen. Eine Ausnahme macht der Leitfaden für Bad und Küche: dort nicht quer durch die Wohnung lüften, sondern bei geschlossener Tür, damit die feuchte Luft nicht in andere Räume zieht.
Zur Heizung beim Lüften steht im UBA-Umwelttipp: „Lüftung bei abgedrehter Heizung durchführen.“
Lüften bei Regen
Im Winter trocknet Lüften auch bei nassem Wetter. Kalte Luft enthält wenig Wasser, auch wenn das Prozent draußen hoch ist. Wird sie im Raum warm, fällt ihre relative Feuchte stark. Der UBA-Leitfaden rechnet das für Außenluft mit 80 Prozent vor, aufgewärmt auf 20 °C:
| Außen, 80 % | Wasser je m³ | Drinnen bei 20 °C |
|---|---|---|
| −10 °C | 1,7 g | 9 % |
| 0 °C | 3,9 g | 21 % |
| 10 °C | 7,5 g | 42 % |
| 20 °C | 13,5 g | 80 % |
UBA-Schimmelleitfaden, Tab. 7, ohne Feuchtepufferung. In der Praxis geben Wände und Möbel Feuchte ab, unter 20 Prozent fällt die Raumluft deshalb selten.
Für die Übergangszeit, in der es draußen 10 bis 15 Grad hat, lohnt sich die Rechnung mit den eigenen Werten. Dafür ist der Lüften-Rechner da: Werte eintragen, er sagt, ob die Luft drinnen nach dem Lüften trockener ist.
Die Taupunkt-Tabelle als Blatt
20 bis 30 Grad, 40 bis 80 Prozent, auf einer Seite zum Ausdrucken. Kommt mit dem ersten Tagebucheintrag.
Wie viel Wasser rauskommen muss
Ein Haushalt mit drei Personen gibt nach dem UBA-Leitfaden etwa 6 bis 12 Liter Wasser am Tag an die Raumluft ab. Im Schlaf ist es etwa ein Viertelliter pro Person und Nacht; die Verbraucherzentrale schreibt „bis zu einem halben Liter“. Wäsche sollte nach Möglichkeit nicht in der Wohnung trocknen.
Als Ziel nennt das UBA 40 bis 60 Prozent relative Feuchte im Raum, in schlecht gedämmten Wohnungen im Winter unter 50 Prozent. Warum die Zahl im Raum allein nicht reicht, steht im nächsten Eintrag.
Was ich nicht klären konnte
Wie viel Strom fünf Minuten Lüften bei meinen Öfen kosten, habe ich nicht gemessen. Einen Zähler pro Ofen gibt es nicht, und eine geschätzte Zahl schreibe ich hier nicht hin.
Quellen, abgerufen am 01.10.2026: UBA, Wie lüfte ich richtig? (Stand 13.12.2024); UBA-Schimmelleitfaden (2017, aktualisiert April 2024; S. 54, 56, 75, 77–78, 87); UBA-Umwelttipp Heizen (Stand 24.10.2023); Verbraucherzentrale, Heizen und Lüften (Stand 16.09.2026).