Fußbodenkühlung: bis zu welcher Luftfeuchte 18 Grad Vorlauf gehen, gerechnet für vier Raumtemperaturen
Kurz
- Bei 18 Grad Vorlauf und zwei Kelvin Abstand zum Taupunkt endet die Kühlung bei 26 Grad Raumluft rechnerisch bei 54 Prozent Feuchte, bei 28 Grad schon bei 48 Prozent. Gerechnet, nicht gemessen.
- Die Tabelle setzt die Rohrtemperatur als Oberfläche an. Der Boden ist wärmer als das Wasser darin; um wie viel, hängt am Estrich und lässt sich ohne Messung nicht sagen. Die Zeilen sind deshalb die vorsichtige Seite.
- Ein Hygrometer, das fünf Punkte zu wenig anzeigt, nimmt von den zwei Kelvin Abstand 1,4 Kelvin weg, ohne dass man es merkt. Wie man das Gerät mit einer Salzdose prüft, steht in Eintrag 26.
Die Tabelle aus Eintrag 15 beantwortet eine Frage: wo der Taupunkt bei den Werten liegt, die das Hygrometer gerade zeigt. Vor dem Einschalten stellt sich aber die umgekehrte Frage. Angenommen, der Vorlauf ist an der Regelung eingestellt und bleibt den Tag über gleich. Was sich ändert, ist die Feuchte im Wohnzimmer, nach dem Duschen, nach dem Kochen, wenn die Wäsche hängt. Die Frage lautet also: bei diesem Vorlauf und dieser Raumtemperatur, bis zu welcher Prozentzahl darf die Kühlung laufen? Diese Tabelle fehlt in Eintrag 15, also steht sie hier. Wie dort gilt: in meinem Haus liegt keine Fußbodenheizung, alles hier ist gerechnet.
Die Taupunkt-Tabelle für die Tür des Technikraums
Raumtemperatur in der Zeile, Luftfeuchte in der Spalte, im Feld der Taupunkt. Zum Ausdrucken. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.
Die Grenze in Prozent statt in Grad
Die Regel bleibt die aus Eintrag 15: die Fläche soll mindestens zwei Kelvin über dem Taupunkt bleiben. Für die Tabelle nehme ich an, die Bodenoberfläche sei so kalt wie der Vorlauf. Das stimmt nicht, der Boden ist wärmer als das Wasser im Rohr, aber ich weiß nicht, um wie viel, und deshalb rechne ich mit dem kältesten Fall. Der Taupunkt darf dann höchstens Vorlauf minus zwei Kelvin sein, und die Tabelle sagt, welche relative Feuchte bei der jeweiligen Raumtemperatur genau dort ankommt.
| Raum | Vorlauf 16 °C | Vorlauf 18 °C | Vorlauf 20 °C |
|---|---|---|---|
| 22 °C | 60,5 % | 68,8 % | 78,1 % |
| 24 °C | 53,6 % | 60,9 % | 69,2 % |
| 26 °C | 47,6 % | 54,1 % | 61,4 % |
| 28 °C | 42,3 % | 48,1 % | 54,6 % |
Höchste relative Feuchte, bei der der Taupunkt noch zwei Kelvin unter dem Vorlauf liegt. Eigene Rechnung nach der Magnus-Formel mit Sonntag-Koeffizienten (17,62 / 243,12 °C), dieselbe wie in Eintrag 15, 23 und 26. Die Spalte 16 °C liegt unter der Auslegungsgrenze von 18 °C aus Eintrag 15 und steht nur zum Vergleich. Keine Messung.
Die Zeile für 28 Grad erklärt den Sommer. Bei 18 Grad Vorlauf darf das Wohnzimmer höchstens 48 Prozent haben, und an einem schwülen Tag mit 28 Grad kann die Feuchte leicht darüber liegen. Das Rechenbeispiel aus Eintrag 15, 28 Grad bei 68 Prozent, liegt zwanzig Punkte darüber. An solchen Tagen dürfte die Kühlung also nicht laufen, egal was die Regelung könnte. An einem Tag mit 24 Grad und 55 Prozent dürfte sie laufen, mit sechs Punkten Luft nach oben. Das ist der Unterschied zwischen einem Juli-Nachmittag und einem Juni-Vormittag.
Was das Hygrometer davon auffrisst
In Eintrag 26 steht, dass fünf Prozentpunkte Anzeigefehler bei 24 Grad 1,4 Kelvin Taupunkt sind. Hier bekommt diese Zahl eine Folge. Zeigt ein Gerät bei 26 Grad 54 Prozent, also genau die Grenze der Tabelle, und liegt es fünf Punkte zu tief, dann sind es wirklich 59 Prozent und der Taupunkt liegt bei 17,4 Grad. Vom Abstand zu 18 Grad Vorlauf bleiben 0,6 Kelvin statt zwei. Bei drei Punkten Fehler bleiben 1,2 Kelvin. Die zwei Kelvin Sicherheit sind kleiner als der Fehler eines Baumarktgeräts, deshalb lohnt die Prüfung mit der Salzlösung.
Wer die Tabelle benutzt, sollte deshalb von der Prozentzahl seines Geräts den Fehler abziehen, den der Salztest gezeigt hat, oder, solange der Test nicht gemacht ist, fünf Punkte unter der Zeile bleiben. Bei 26 Grad und 18 Grad Vorlauf heißt das: ab 49 Prozent auf dem Display ist Schluss.
Die Taupunkt-Tabelle als Blatt
20 bis 30 Grad, 40 bis 80 Prozent, auf einer Seite zum Ausdrucken: die Zahlen, die man vor dem Einschalten vergleicht, ohne jedes Mal zu rechnen. Kommt mit dem ersten Tagebucheintrag.
Warum der Wächter dieselbe Rechnung macht
Ein Taupunktwächter, wie ihn Eintrag 23 beschreibt, tut nichts anderes als diese Tabelle, nur laufend und am Rohr statt an der Tür: Temperatur und Feuchte messen, Taupunkt rechnen, mit dem Vorlauf vergleichen, abschalten. Wer keinen hat, macht die Zeile von Hand und muss dafür zweimal am Tag nachschauen. Wer einen hat, hat dieselbe Tabelle im Gehäuse, mit dem Abstand, der im Datenblatt steht. Welchen Abstand ein bestimmtes Gerät nimmt, habe ich nirgends als Zahl gefunden, die ich hier hinschreiben würde.
Was ich nicht sagen kann
Wie viel wärmer die Bodenoberfläche als der Vorlauf ist. Das hängt am Estrich, am Belag und am Durchfluss, und ohne Oberflächenthermometer an einer echten Anlage bleibt es offen. Wer mit dem Rohr rechnet, verschenkt Kühlleistung; wie viel, weiß ich nicht. Ob sich 16 Grad Vorlauf an einer bestimmten Anlage überhaupt einstellen lassen, steht in deren Unterlagen; die Spalte steht da, weil die Rechnung sie hergibt. Und was ein Wohnzimmer an einem echten Tag zwischen 9 und 18 Uhr an Feuchte durchläuft, hat hier niemand stündlich aufgeschrieben. Das wäre die Messung, die aus dieser Tabelle eine Betriebsanleitung macht.