Ein Thermometer für zehn Euro, drei Maßnahmen — nur eine war messbar
Kurz
- Ventilator, 45 Euro: nach einer Stunde 0,1 bis 0,2 Grad. Das ist die Toleranz des Geräts, nicht Kühlung.
- Nachtlüften von 22 bis 6:30 Uhr: bis zum Morgen 2,3 Grad kühler als am Abend. Diese Zahl ist ehrlich, aber sie beweist weniger, als sie aussieht.
- Außenliegender Sonnenschutz: im Mittel 2,6 Grad niedrigere Abendtemperatur über zwölf Hitzetage.
Am 15. Juli 2023 zeigte das Thermometer im Schlafzimmer um 23:40 Uhr 29,1 Grad. Draußen waren es zu dem Zeitpunkt etwa 25. Tagsüber hatte das Außenthermometer rund 34 gehabt. Das Haus hatte den ganzen Tag Wärme aufgenommen und gab sie nachts nach innen ab — und draußen war es inzwischen vier Grad kühler als in dem Zimmer, in dem wir schlafen wollten.
Das Gerät an der Wand ist ein Xiaomi Mi Temperature and Humidity Monitor 2, rund zehn Euro. Kein Laborinstrument. Es hängt nicht in der Sonne und nicht über einem Gerät, und es hing den ganzen Sommer an derselben Stelle — das ist wichtiger als die Genauigkeit, weil ich Werte miteinander vergleiche und nicht mit einem Normal.
Der Ventilator
Als Erstes kam ein Ventilator für 45 Euro. Die Nächte fühlten sich spürbar besser an. Das Thermometer zeigte nach einer Stunde 0,1 bis 0,2 Grad weniger, und das ist so wenig, dass ich es nicht als Kühlung zähle. Ein Ventilator kühlt keinen Raum, er kühlt Haut: bewegte Luft erhöht die Verdunstung. Wenn Sie im Bett liegen, ist das keine Kleinigkeit. In der Messreihe steht es trotzdem nicht.
Nachtlüften — und warum ich die Zahl nicht überbewerte
Danach habe ich konsequent nachts gelüftet: Fenster gegen 22 Uhr auf, sobald es draußen kühler war als drinnen, und bis etwa halb sieben offen. Zwei Seiten des Hauses gleichzeitig, damit überhaupt Luft durchgeht. Bis zum Morgen war das Schlafzimmer im Schnitt 2,3 Grad kühler als am Abend.
Und hier muss ich vorsichtig sein, denn diese Zahl vergleicht Abend mit Morgen — nicht gelüftet mit nicht gelüftet. Ein Zimmer kühlt über Nacht auch ohne offene Fenster ab. Wie viel von den 2,3 Grad das Lüften war, kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich in derselben Nacht nicht beides messen kann. Ich habe die Zahl trotzdem stehen lassen, weil sie zeigt, was Sie morgens erwarten können, und nicht, was das Lüften geleistet hat.
Das Einzige, was gewirkt hat
Dann kam außenliegender Sonnenschutz vor das Schlafzimmerfenster. Über zwölf Hitzetage mit ähnlichen Außenmaxima lag die Abendtemperatur im Zimmer im Mittel 2,6 Grad niedriger als an den Vergleichstagen ohne. Das ist das einzige Ergebnis, bei dem ich nicht überlegen musste, ob es innerhalb der Toleranz liegt.
Der Grund ist banal und steht in jedem Datenblatt: Sonnenlicht, das durch die Scheibe kommt, ist schon im Raum. Was danach passiert, verschiebt die Wärme nur. Etwas vor der Scheibe verhindert, dass sie überhaupt hereinkommt. Genau das habe ich vorher mit einem Plissee falsch gemacht, am selben Fenster.
Meine Notizen aus dem Sommer
Abend- und Morgenwerte, welcher Tag mit und welcher ohne, dazu die Außenmaxima. Handschriftlich angefangen, später abgetippt. Wer selbst nachrechnen will, bekommt sie mit dem ersten Tagebucheintrag — rechnen Sie ruhig nach, ich habe mich schon einmal verrechnet.
Wie viel außenliegender Sonnenschutz bei Ihnen bringt, hängt an Himmelsrichtung, Fensterfläche und daran, ob es ein Dachfenster ist. Der Hitzeschutz-Rechner rechnet das für Ihre Situation durch, ohne dass Sie Ihre Adresse hinterlassen müssen.
Was ich nicht sagen kann: ob 2,6 Grad Ihnen reichen. Bei uns waren sie der Unterschied zwischen wachliegen und schlafen. Eine Klimaanlage hätte mehr gebracht, und sie hätte auch mehr gekostet — gerechnet habe ich das nie.