Wohnbefund
Bautagebuch aus einem Einfamilienhaus, Baujahr 1982. Alles gemessen, nichts geschätzt.
Stand: September 2026
Tagebuch / Heizung / Eintrag 27

Nachtspeicherheizung austauschen, Schritt zwei: was im Verteiler bleibt, wenn die Öfen weg sind

Kurz

  • Neben der Demontage fehlten in meinen Angeboten zwei weitere Positionen: Anpassung des Verteilers und Prüfung der Elektroinstallation. Was dahintersteckt, habe ich erst später verstanden.
  • Ein Nachtspeicherofen hängt an einem eigenen Heizstromkreis, mit einer Aufladesteuerung und einer Freigabe für die Ladezeit. Das bleibt in der Wand, wenn der Ofen weg ist, und jemand muss es stilllegen oder umbauen.
  • Was das kostet, steht in keinem meiner sechs Angebote als eigener Betrag. Ich schreibe deshalb keinen hin.

In Eintrag 25 stand, was das Wegschaffen der acht Öfen kostet. Danach ist die Wand leer, der Verteiler nicht. Als ich im September 2023 die vier Angebote nebeneinanderlegte, standen in manchen zwei Zeilen, die ich nicht einordnen konnte: „Anpassung des Verteilers“ und „Prüfung der Elektroinstallation“. In den anderen standen sie nicht. Ich habe sie für Kleinkram gehalten, den ein Betrieb dazuschreibt, damit das Angebot voller aussieht. Das war falsch.

Die Liste, die ich mir nach vier Angeboten geschrieben habe

Zeile für Zeile, was in einem Wärmepumpen-Angebot stehen muss, damit sich zwei Angebote überhaupt vergleichen lassen. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.

Bitte E-Mail und Häkchen ausfüllen.

Was hinter einem Nachtspeicherofen in der Wand sitzt

Ein Nachtspeicherofen steckt nicht in einer Steckdose. Er hat einen eigenen Stromkreis vom Verteiler bis zur Anschlussdose hinter dem Gerät. Dazu kommt die Aufladesteuerung, die festlegt, wie voll ein Ofen nachts geladen wird, entweder zentral im Verteiler oder als Regler am Gerät. Und die Freigabe: geladen wird nur in den Stunden, in denen der Netzbetreiber den Heizstrom freischaltet, über einen Rundsteuerempfänger oder eine Schaltuhr neben dem Zähler. Wie viele Stromkreise das bei meinen acht Öfen sind, habe ich nie gezählt. Ich bin Messtechniker, kein Elektriker, und was bei mir genau im Verteiler sitzt, weiß ich erst, wenn ihn jemand aufmacht. Das ist bis heute nicht passiert.

Wenn der Ofen weg ist, bleibt das alles. Die Leitungen in der Wand, die Sicherungen im Verteiler, der Rundsteuerempfänger, der jede Nacht weiterschaltet, nur für nichts mehr. Jemand muss die Heizstromkreise stilllegen, die Steuerung ausbauen und den Verteiler so herrichten, dass die neue Anlage ihren eigenen Anschluss bekommt. Eine Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromkreis, in der Regel Drehstrom, und wer den Wärmepumpentarif des Netzbetreibers will, braucht dafür einen eigenen Zähler. Anmelden muss die Anlage ein eingetragener Betrieb. Das steckt hinter der Zeile „Anpassung des Verteilers“, und je nach Alter des Verteilers steckt dahinter auch ein neuer Zählerschrank, weil im alten kein Platz für einen zweiten Zähler ist.

Der Zähler und der Vertrag

Wer einen eigenen Heizstromzähler hat, hat auch einen eigenen Vertrag, und der endet nicht von selbst, wenn die Öfen weg sind. Der Zähler wird ausgebaut oder auf die Wärmepumpe umgeschrieben, der Vertrag gekündigt oder umgestellt. Das ist Papierkram und stand in keinem meiner Angebote, was auch niemand erwarten kann. Es gehört trotzdem auf die Liste, weil der Termin dafür am Umbau hängt und nicht umgekehrt. Was der Arbeitspreis auf diesem Vertrag am Jahresbetrag ausmacht, steht in Eintrag 24: zwischen 20 und 40 Cent liegen bei meinem Verbrauch 3.560 Euro im Jahr.

Die Prüfung der Elektroinstallation

Die zweite Zeile ist die Prüfung. Ein Haus von 1982 hat einen Verteiler von 1982, wenn ihn seitdem niemand angefasst hat, und bei mir hat das niemand. Bevor ein Betrieb eine Wärmepumpe daran hängt, will er wissen, ob der Hausanschluss die Leistung hergibt und ob der Verteiler den heutigen Regeln entspricht, Fehlerstromschutzschalter eingeschlossen. Das kostet Zeit, und manchmal kommen danach weitere Positionen dazu. Der Betrieb, der diese Prüfung ins Angebot schreibt, sieht teurer aus als der, der sie weglässt und nachher nachberechnet. Genau so sind meine vier Angebote auseinandergelaufen; was sonst noch fehlte, steht in Eintrag 12.

Die Fragenliste für Angebote

Eine Seite: was in einem Angebot stehen muss, damit man zwei davon nebeneinanderlegen kann — inklusive der Positionen, die in meinem ersten Stapel fehlten. Den Link schicke ich mit dem ersten Tagebucheintrag.

Bitte E-Mail und Häkchen ausfüllen.

Drei Fragen für das nächste Angebot

  1. Sind Stilllegung der Heizstromkreise, Ausbau der Aufladesteuerung und des Rundsteuerempfängers enthalten?
  2. Ist der neue Stromkreis für die Wärmepumpe enthalten, und wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an?
  3. Steht die Prüfung der Elektroinstallation mit eigenem Betrag drin, und was passiert mit dem Preis, wenn dabei etwas auffällt?

Dazu die zwei Fragen zur Entsorgung aus Eintrag 25. Fünf Fragen, keine davon kostet etwas, und mit ihnen hätte mein erster Stapel dieselbe Arbeit beschrieben.

Was ich nicht sagen kann

Was diese beiden Positionen kosten. In meinen sechs Angeboten stand kein eigener Betrag dafür, nur die Zeile, und in der zweiten Runde waren sie in der Endsumme aufgegangen. Eine Spanne aus dem Netz schreibe ich nicht ab, weil eine Zahl für einen fremden Verteiler nichts über meinen sagt. Und ob mein Hausanschluss die Wärmepumpe mit 8,0 Kilowatt aus dem Angebot in Eintrag 14 ohne Verstärkung verträgt, hat mir noch niemand gesagt. Ich habe auch noch niemanden gefragt.

Tagebuch Wer schreibt hier Impressum Datenschutz Keine Werbung auf dieser Seite.