Wohnbefund
Bautagebuch aus einem Einfamilienhaus, Baujahr 1982. Was gemessen ist und was gerechnet, steht jeweils dabei.
Stand: Oktober 2026
Tagebuch / Heizung / Eintrag 14

2.950 Euro für Paneele, 65 Euro für die Dachluke — in dieser Reihenfolge

Kurz

  • Ich habe erst in die Wärmeerzeugung investiert und danach in die Hülle. Falsche Reihenfolge.
  • 2.950 Euro Infrarotpaneele im Herbst 2022. 65 Euro Dachluke danach — und die Dachluke hat das größere Loch geschlossen.
  • Bei der Wärmepumpe habe ich es zwei Jahre später umgedreht: erst dämmen, dann anfragen. Das Angebot fiel von 13.200 auf 11.100 Euro.
  • Was ich nicht sagen kann: ob 8 kW bei Ihnen reichen. Ihr Haus habe ich nicht gesehen.
Zählerstand17.800 kWh12 Monate, abgelesen 05.01.2022

Am 5. Januar 2022 stand ich mit einer Taschenlampe vor dem Zähler und habe zum ersten Mal ausgerechnet, was das vergangene Jahr gekostet hat. 17.800 Kilowattstunden. Die Zahl stand jedes Jahr auf der Abrechnung, und ich hatte sie nie angesehen.

Das Haus ist ein freistehendes Einfamilienhaus von 1982, zwei Geschosse, rund 145 Quadratmeter beheizte Fläche. Geheizt wird mit acht elektrischen Nachtspeicheröfen: zwei im Wohnbereich, sechs verteilt auf Zimmer und Flure. Vier davon sind heute abgeklemmt, vier laufen als Reserve. Das Bad hatte zusätzlich eine eigene Elektroheizung. Sie haben funktioniert. Sie haben nur eben 17.800 Kilowattstunden gebraucht.

Die Liste, die ich mir nach vier Angeboten geschrieben habe

Zeile für Zeile, was in einem Wärmepumpen-Angebot stehen muss, damit sich zwei Angebote überhaupt vergleichen lassen. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.

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Der teure Teil kam zuerst

Herbst 20222.950 €Infrarotpaneele mit Thermostaten

Im Herbst 2022 habe ich Infrarotpaneele gekauft, mit Thermostaten zusammen 2.950 Euro. Der Verkäufer sprach von Strahlungswärme. Ich habe nicht gefragt, wie viele Kilowattstunden dabei durch den Zähler laufen. Ein Paneel wandelt Strom eins zu eins in Wärme um; eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei Kilowattstunden Wärme. Dieser Satz stand in keinem Prospekt, den ich in der Hand hatte.

Wie viel die Paneele am Verbrauch geändert haben, kann ich nicht belegen. Einen Jahreswert für die Zeit danach, der sich sauber neben die 17.800 Kilowattstunden stellen ließe, habe ich nicht dokumentiert. Gewusst oder gar gerechnet hatte ich beim Kauf ohnehin nichts davon.

Eine Ersparnis käme ohnehin nicht aus der Technik. Ein Nachtspeicherofen lädt nachts das ganze Haus voll, egal wer wo sitzt. Ein Paneel mit Thermostat heizt den Raum, in dem gerade jemand ist. Sparen kann dabei nur die Regelung. Gemessen habe ich das nicht, weder raumweise noch am Hauszähler.

Der billige Teil kam zuletzt

Dachluke65 €Material und Dichtung
12,8 → 17,1 °COberfläche innen

Ein Samstagvormittag, 65 Euro für Dämmplatte und Dichtungsband. Die Luke selbst habe ich gelassen, wie sie war: ein Holzdeckel von gut 25 Millimetern, ohne nennenswerte Dämmung, mit einer alten Dichtung, die nicht mehr geschlossen hat. Vom Dachboden aus kamen rund zehn Zentimeter PIR darauf, dazu ein neues Dichtungsband rundum. Vorher habe ich auf der Innenseite der Luke 12,8 Grad gemessen, vom beheizten Flur aus, bei rund 21 Grad Raumtemperatur. Danach 17,1 Grad. Über vier Grad an einer Fläche, die vorher wie ein offenes Fenster gewirkt hat.

Ich habe für 2.950 Euro Infrarotpaneele gekauft, bevor ich für 65 Euro die Dachluke gedämmt habe. Das ärgert mich bis heute mehr als der Betrag.

Beim zweiten Mal umgedreht

2024 kam die Wärmepumpe auf den Tisch. Diesmal habe ich zuerst gedämmt, dann die Heizlast neu rechnen lassen und erst danach angefragt. Gedämmt wurde die oberste Geschossdecke unter dem unbeheizten Dachboden — rund 30 Zentimeter Mineralwolle auf dem Dachbodenboden —, dazu die Dachluke und die Undichtigkeiten an den Durchdringungen und am Dachanschluss. Fassade und Fenster blieben, wie sie waren. Das war die einzige Entscheidung in diesem Projekt, bei der ich die Reihenfolge von Anfang an richtig hatte, und sie steht in der Tabelle.

AngebotAusgelegte LeistungAnlagenpreis
vor der Dämmungnicht notiert13.200 €
nach der Dämmung, Heizlast neu gerechnet8,0 kW11.100 €
Differenz—2.100 €

Zwei Angebote desselben Betriebs, 2024, ohne Förderung gerechnet. Die Leistung im ersten Angebot habe ich mir nicht notiert — ich habe damals nur auf den Preis geschaut.

2.100 Euro dafür, dass die Hülle vor dem Gerät dran war. Das ist weniger, als die Paneele gekostet haben, und es ist das einzige Geld in diesem Tagebuch, das ich durch Reihenfolge allein gespart habe.

Angebote hatte ich davor schon einmal auf dem Tisch, im September 2023, vier Stück, mit einer Spanne, die ich zuerst für einen Tippfehler hielt. Angenommen habe ich keines — das Geld ging stattdessen in die Dämmung, und genau deshalb stehen hier zwei Wärmepumpenangebote statt eines. Was in den vier Angeboten stand und was nicht, habe ich in einem eigenen Eintrag auseinandergenommen.

Das Heft, das ich sowieso führe

Angebote, Zählerstände, Rechnungen, auch die, aus denen nichts geworden ist. Ein Eintrag pro Woche, per Mail. Angefangen habe ich damit für mich selbst.

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Was ich heute anders machen würde

Zuerst alles, was die Heizlast senkt: oberste Geschossdecke, Dachluke, Kellerdecke, undichte Fenster. Das sind die Maßnahmen, die Sie nicht bereuen, weil sie unabhängig von der späteren Heiztechnik wirken. Danach die Heizlast neu berechnen lassen. Erst dann das Gerät kaufen. Was davon im Angebot stehen muss, damit die Auslegung nachvollziehbar ist, steht in Eintrag 18.

Wenn beides im selben Jahr passieren soll, lassen Sie die Heizlast für den Zustand nach der Dämmung berechnen und schreiben Sie das in die Anfrage. Bei den Paneelen wusste ich noch nicht, dass man das so machen kann.

Ob sich der Tausch bei Ihnen überhaupt rechnet, hängt an zwei Zahlen: Ihrem Jahresverbrauch und Ihrem Strompreis. Beides steht auf Ihrer Abrechnung. Der Rechner macht daraus eine Amortisationszeit, ohne dass Sie Ihre Adresse hinterlassen müssen.

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