Vier Angebote für dieselbe Arbeit: 6.900 bis 12.200 Euro
Kurz
- Die Spanne kam nicht von der Technik. Sie kam davon, was jeweils nicht im Angebot stand.
- Vier Positionen fehlten: Demontage und Abtransport der alten Öfen, Anpassung des Verteilers, Prüfung der Elektroinstallation, Ausbessern nach der Montage.
- Nach gleicher Leistungsbeschreibung schrumpfte die Spanne von 5.300 auf 1.400 Euro.
Im September 2023 war klar, dass die acht Nachtspeicheröfen rausfliegen. Ich habe vier Betriebe angeschrieben, mit demselben Text und denselben Grundrissen als PDF. Ich wollte vergleichbare Angebote, weil man Zahlen nur vergleichen kann, wenn dahinter dasselbe steht. Genau das habe ich in der ersten Runde nicht bekommen, und es lag an mir.
Zurück kamen 6.900, 8.700, 10.100 und 12.200 Euro. Der teuerste Betrieb verlangte fast das Doppelte des billigsten — für etwas, das ich für dieselbe Aufgabe hielt. Ich habe zuerst angenommen, dass sich jemand vertippt hat. Hat niemand.
Was ich zuerst falsch gemacht habe
Ich habe die Endsummen in eine Tabelle geschrieben und sortiert. Erst danach ist mir aufgefallen, dass ich vier verschiedene Aufgaben nebeneinandergelegt hatte. In meiner Anfrage stand, was ich haben wollte — aber nicht, was alles dazugehört. Also hat jeder Betrieb selbst entschieden, wo seine Arbeit anfängt und wo sie aufhört.
Vier Positionen fehlten, je nach Angebot einzeln oder zusammen:
- Demontage der alten Nachtspeicheröfen und ihr Abtransport
- Anpassung des Verteilers
- Prüfung der Elektroinstallation
- Ausbessern der Wände nach der Montage
Ein alter Nachtspeicherofen ist mit Schamottesteinen gefüllt. Er wiegt so viel, dass ihn niemand nebenbei die Treppe hinunterträgt. Genau diese Position stand im billigsten Angebot nicht drin, und deshalb sah es billig aus.
Zweite Runde, dieselbe Leistungsbeschreibung
Ich habe allen vieren dasselbe Blatt geschickt: geforderte Leistung, Anzahl der Räume, Demontage und Abtransport aller acht Öfen, die nötigen Elektroarbeiten. Nicht als Verhandlung, sondern damit vier Angebote endlich dieselbe Frage beantworten.
| günstigstes | teuerstes | Spanne | |
|---|---|---|---|
| erste Runde, freie Anfrage | 6.900 | 12.200 | 5.300 |
| zweite Runde, gleiche Leistungsbeschreibung | 8.400 | 9.800 | 1.400 |
Vier Betriebe aus meiner Region, September 2023, alle Beträge in Euro, brutto. Welcher Betrieb in der zweiten Runde welche Summe genannt hat, habe ich mir nicht notiert — nur die Spanne.
Das billigste Angebot stieg um rund 1.500 Euro, das teuerste fiel um 2.400. Die Betriebe waren nicht unterschiedlich teuer. Sie hatten unterschiedlich verstanden, was ich wollte, und das war meine Schuld, nicht ihre.
Eine Frage gehört trotzdem noch in jede Anfrage, und sie hat mit dem Preis nichts zu tun: Auf welche Heizlast ist ausgelegt, und für welchen Zustand des Hauses? Wenn Sie ohnehin dämmen wollen, muss für den Zustand danach gerechnet werden. Bei meiner Wärmepumpe hat genau das 2.100 Euro ausgemacht — nachzulesen in Eintrag 14.
Die Fragenliste als PDF
Ein Blatt: was in einem Angebot stehen muss, damit man zwei davon nebeneinanderlegen kann. Ich schicke es zusammen mit dem ersten Tagebucheintrag.
Angenommen habe ich keines
Das ist der Teil, den ich beim Schreiben am liebsten weggelassen hätte: Auch die zweite Runde war mir zu teuer. Ich habe die Investition verschoben und das Geld stattdessen dorthin gesteckt, wo es die Heizlast senkt — Geschossdecke, Dachluke, Undichtigkeiten. Erst danach habe ich die Wärmepumpe wieder ernsthaft angefasst, und dann war sie billiger. Umsonst war die Runde deshalb nicht: sie hat mir gezeigt, was ich überhaupt fragen muss.
Was ich nicht beantworten kann: welcher der vier Betriebe der beste war. Ich habe mit keinem gebaut.