Wohnbefund
Bautagebuch aus einem Einfamilienhaus, Baujahr 1982. Alles gemessen, nichts geschätzt.
Stand: August 2026
Tagebuch / Sonnenschutz / Eintrag 17

Außenliegenden Sonnenschutz nachrüsten: was an welches Fenster geht

Kurz

  • Nicht das Produkt entscheidet zuerst, sondern der Bestand: Rollladenkasten, Fassade, Erlaubnis. Was nicht montierbar ist, muss man auch nicht vergleichen.
  • Im Angebot fehlt meistens die eine Zeile, die den Hitzeschutz beschreibt: gtot für genau diese Kombination aus Glas und Behang.
  • Preise nenne ich hier keine. Ich habe für außenliegenden Sonnenschutz kein eigenes Angebot vorliegen, und geraten wird hier nichts.

In Eintrag 09 steht die Messung, die für mich die Frage erledigt hat: 0,8 Grad mit dem Plissee innen, 2,7 Grad mit Sonnenschutz außen, dasselbe Fenster, derselbe Raum. Danach bleibt aber die praktische Frage übrig, und die ist an jedem Fenster eine andere. Ein Dachfenster nimmt etwas anderes an als eine Terrassentür, und eine Wohnung, in der niemand in die Fassade bohren darf, nimmt fast nichts an.

Zuerst der Bestand, dann das Produkt

Ich sortiere die Fenster nach dem, was baulich schon da ist. Das ist keine Geschmacksfrage: ein vorhandener Rollladenkasten entscheidet, ob nachrüsten eine Stunde oder einen Fassadeneingriff bedeutet. Die Tabelle ist meine Sortierung, keine Herstellerliste — sie sagt, welche Frage an dem Fenster zuerst zu klären ist.

Was am Fenster vorhanden istWas außen infrage kommtWas vorher zu klären ist
Rollladenkasten, Panzer alt oder defektPanzer tauschen, Antrieb nachrüstenKastenmaß und Wickeldurchmesser
Kein Kasten, eigene FassadeAufsatz vor der Fassade, Markise, RaffstoreBefestigungsgrund und Wärmebrücke
DachfensterAußenrollo oder Hitzeschutz-Markise des FensterherstellersFenstertyp und Baujahr, sonst passt der Rahmen nicht
Miete, WEG oder geschützte FassadeErst die Erlaubnis, dann alles WeitereSchriftliche Zustimmung, vor dem ersten Angebot

Eigene Sortierung nach Bestand. Keine Produktempfehlung, keine Preise, keine Herstellerangaben.

Die Zeile, nach der ich frage

Ein Angebot für Sonnenschutz beschreibt Maße, Farbe, Antrieb und Montage. Was es fast nie beschreibt, ist die Wirkung: welcher Anteil der Sonnenenergie am Ende im Raum landet. Dafür gibt es genau eine Zahl, gtot, und sie gilt nicht für den Behang allein, sondern für die Kombination aus Ihrem Glas und diesem Behang. Die Größenordnungen, mit denen ich in Eintrag 09 gerechnet habe — um 0,45 für innenliegend, um 0,12 für außenliegend — sind typische Werte aus Datenblättern und ersetzen die Angabe für Ihr Fenster nicht.

Die Frage, die ich schriftlich stelle, lautet deshalb: Welchen gtot-Wert erreicht dieser Behang mit meiner Verglasung, und aus welchem Datenblatt stammt der Wert? Wer darauf eine Zahl mit Quelle liefert, hat gerechnet. Wer mit „reflektierender Beschichtung“ antwortet, hat die Verpackung vorgelesen — den Fehler habe ich für 60 Euro selbst gemacht.

Was ich nicht sagen kann

Preise. Für außenliegenden Sonnenschutz liegt mir kein eigenes Angebot vor, und was ich nicht auf Papier habe, schreibe ich hier nicht hin. Ebenso wenig kann ich sagen, welcher Hersteller hält und welche Windwiderstandsklasse an einer Westfassade reicht — beides steht in Datenblättern, die ich für mein Haus noch nicht angefordert habe. Sobald ich Angebote habe, kommen sie in einen eigenen Eintrag, mit Zahlen und mit Datum.

Die g-Wert-Tabelle

Was g, Fc und gtot bedeuten, und die vier Fc-Werte, für die ich eine Quelle nennen kann. Dazu die Zeile, welche Zahlen ich bewusst weggelassen habe. Kommt mit dem ersten Tagebucheintrag.

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