Die Heizlast ist die Zahl, an der der Preis hängt — und sie stand in keinem meiner ersten Angebote
Kurz
- Die Heizlast bestimmt die Geräteleistung, die Geräteleistung bestimmt den Preis. Wer sie nicht ausweist, verkauft eine Größe, die er selbst nicht begründet.
- Entscheidend ist, für welchen Zustand des Hauses gerechnet wird: vor der Dämmung oder danach. Bei mir waren das 2.100 Euro Unterschied, dieselbe Firma.
- Vier Fragen reichen. Sie kosten nichts und sie sind der Grund, warum aus 5.300 Euro Spanne 1.400 wurden.
Heizlast ist die Leistung, die das Haus am kältesten ausgelegten Tag braucht, damit es drinnen warm bleibt. Sie ist kein Gefühl und keine Faustformel pro Quadratmeter, sondern eine Rechnung über Hüllflächen, Dämmung, Fenster und Lüftung. Von ihr hängt ab, wie groß die Wärmepumpe wird — und die Gerätegröße ist der Posten, der die Angebote auseinandertreibt.
In meinen ersten vier Angeboten stand sie nicht. Es standen Gerätetypen darin, Kilowattzahlen und Preise von 6.900 bis 12.200 Euro, aber keine Zeile darüber, woher die Kilowattzahl kommt. Wie die vier Angebote im Einzelnen aussahen, steht in Eintrag 12.
Die Liste, die ich mir nach vier Angeboten geschrieben habe
Zeile für Zeile, was in einem Wärmepumpen-Angebot stehen muss, damit sich zwei Angebote überhaupt vergleichen lassen. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.
Vier Fragen, schriftlich
Ich stelle sie per E-Mail, nicht am Telefon — nicht aus Misstrauen, sondern weil eine schriftliche Antwort dieselbe Frage bei allen Betrieben gleich beantwortet. Damit werden aus vier Angeboten vier vergleichbare Angebote.
- Auf welche Heizlast ist ausgelegt, in Kilowatt? Eine Zahl, keine Spanne.
- Für welchen Zustand des Hauses gilt sie — heutiger Zustand oder nach der geplanten Dämmung? Wer ohnehin dämmen will, muss für den Zustand danach rechnen lassen, sonst kauft er ein Gerät für ein Haus, das es nach dem Umbau nicht mehr gibt.
- Wie wurde sie ermittelt: raumweise Berechnung, Verbrauchsabschätzung oder Faustwert? Alle drei kommen vor. Nur die erste lässt sich nachrechnen.
- Welche Vorlauftemperatur wird angenommen und mit welchen Heizflächen? Dieselbe Wärmepumpe an anderen Heizkörpern ist eine andere Anlage.
Bei mir hat die zweite Frage 2.100 Euro ausgemacht: derselbe Betrieb, dasselbe Haus, gerechnet einmal für den Zustand vorher und einmal für den Zustand nach der Dämmung. Kleinere Auslegung, kleineres Gerät, kleinerer Preis. Warum ich die billige Maßnahme trotzdem vor die teure gezogen habe, steht in Eintrag 14.
Zu groß ist nicht die sichere Seite
Der Reflex sagt: lieber etwas größer, dann wird es sicher warm. Bei einer Wärmepumpe kostet das zweimal — einmal in der Anschaffung, und einmal danach, weil ein zu großes Gerät im Teillastbetrieb häufiger taktet. Wie oft und wie teuer das im Jahr wird, kann ich Ihnen nicht sagen: dazu müsste ich zwei Auslegungen im selben Haus über einen Winter messen, und ich habe eine.
Was ich nicht sagen kann
Wie hoch Ihre Heizlast ist. Sie hängt an Ihren Flächen und Ihrem Baujahr, und jede Zahl, die ich hier hinschreiben würde, wäre geraten. Was ich sagen kann: der Betrieb, der sie ausweist, hat gerechnet — und mit dieser Antwort in der Hand vergleichen Sie zum ersten Mal dasselbe.
Die Angebots-Checkliste
Die Liste, mit der aus 5.300 Euro Spanne 1.400 wurden: welche Positionen in einem Wärmepumpen-Angebot stehen müssen, damit vier Angebote dieselbe Aufgabe beschreiben. Kommt mit dem ersten Tagebucheintrag.