Keller lüften: wann es trocknet und wann der Keller nass wird
Kurz
- Warme Sommerluft kühlt im Keller ab, und das Wasser darin schlägt sich an den kalten Wänden nieder. Das Umweltbundesamt nennt das Sommerkondensation und rät, nur zu lüften, wenn es draußen nicht wärmer ist als im Keller.
- Luft mit 25 °C und 60 Prozent enthält 13,8 Gramm Wasser je Kubikmeter. Ein Keller mit 12 °C fasst höchstens 10,6. Eigene Rechnung mit der Magnus-Formel.
- Ab Oktober dreht sich das. Bei 10 °C und 80 Prozent draußen kommt die Luft im 12 Grad warmen Keller auf 71 Prozent, bei 0 °C auf 36.
Warum der Keller im Sommer vom Lüften nass wird
Im Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts steht dazu ein eigener Absatz. Die im Sommer häufig sehr feuchte Außenluft ströme in den Keller ein, kühle dort ab und führe „zur sogenannten Sommerkondensation“. Die Verbraucherzentrale beschreibt dasselbe für Wohnungen im Souterrain: Die warme Außenluft kühle an der Wandoberfläche ab und erhöhe dort die Feuchtigkeit, „dadurch kann Schimmel entstehen“.
Es zählt, wie viel Wasser in einem Kubikmeter Luft steckt. Die Verbraucherzentrale schreibt, Lüften trockne nur, „wenn die absolute Luftfeuchte (Wasserdampfgehalt in g/m³) in der Außenluft niedriger ist als im Innenraum“. Ein Keller mit 12 °C und 80 Prozent hat 8,5 Gramm je Kubikmeter. Was die Außenluft dort anrichtet, zeigt die Tabelle.
| Außen | Wasser je m³ | Im Keller bei 12 °C | Im Keller bei 16 °C |
|---|---|---|---|
| 25 °C, 60 % | 13,8 g | Tauwasser | Tauwasser |
| 20 °C, 60 % | 10,3 g | 97 % | 76 % |
| 15 °C, 70 % | 9,0 g | 84 % | 66 % |
| 10 °C, 80 % | 7,5 g | 71 % | 55 % |
| 5 °C, 80 % | 5,4 g | 51 % | 40 % |
| 0 °C, 80 % | 3,9 g | 36 % | 29 % |
Relative Feuchte, welche die Außenluft im Keller hat, sobald sie auf Kellertemperatur abgekühlt ist. Eigene Rechnung mit der Magnus-Formel. Ohne Feuchte aus den Wänden und ohne die Wärme, die Wände an die Luft abgeben.
Ein schwüler Nachmittag mit 25 Grad bringt mehr Wasser herein, als die Kellerluft halten kann. Der Rest landet an Wänden, Boden und Rohren. Selbst 20 Grad und 60 Prozent, ein angenehmer Frühsommertag, heben einen 12 Grad kühlen Keller auf 97 Prozent. Nach der Verbraucherzentrale können Schimmelpilze schon ab etwa 70 bis 80 Prozent direkt vor einer Wand wachsen.
Die Liste, die ich mir nach vier Angeboten geschrieben habe
Zeile für Zeile, was in einem Wärmepumpen-Angebot stehen muss, damit sich zwei Angebote überhaupt vergleichen lassen. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.
Was das Umweltbundesamt rät
Bei warmem, feuchtem Wetter solle man nur lüften, „wenn die Außentemperatur nicht über der Kellertemperatur liegt, d. h. gegebenenfalls nachts oder in den frühen Morgenstunden. Tagsüber sollten die Kellerfenster geschlossen bleiben.“ Reicht das nicht, nennt der Leitfaden Lüftungssysteme, die nach der absoluten Feuchte geregelt werden, und Luftentfeuchter. Deren Wasser müsse regelmäßig entfernt werden.
Die Verbraucherzentrale beschreibt solche Geräte so: Sie gleichen Innen- und Außenklima ab und springen nur an, „wenn mit der Außenluft auch getrocknet werden kann“. Einen Kondensationstrockner empfiehlt sie, wenn dessen Stromverbrauch möglichst niedrig ist. Ohne Gerät reicht ein Hygrometer im Keller und eines draußen oder die Wetter-App. Mit beiden Werten rechnet der Lüften-Rechner, ob das Fenster aufgehen darf. Wie man ein billiges Hygrometer prüft, steht in Eintrag 26.
Wann das Lüften trocknet
Im Herbst und Winter ist die Außenluft kälter als der Keller und enthält wenig Wasser, auch wenn die Wetter-App 80 Prozent zeigt. Bei 5 °C draußen kommt sie im 12 Grad warmen Keller auf 51 Prozent, bei Frost darunter. Das ist die Zeit, in der Lüften einen feuchten Keller trocknet. Wie viel Wasser ein getauschter Kubikmeter bei welcher Außentemperatur mitnimmt, habe ich in Eintrag 48 für ein beheiztes Zimmer gerechnet.
Wenn die Feuchte aus der Wand kommt
Lüften hilft nur gegen Wasser, das mit der Luft kommt. Nach dem Leitfaden kann Feuchte auch über Mauerwerk, Fundamente und Kellerwände eindringen, die „unzureichend gegen das Erdreich abgedichtet“ sind. Die Verbraucherzentrale nennt eine fehlende oder schadhafte Abdichtung der Außenwände als Ursache feuchter Kellerwände. Bleibt der Keller auch im Winter feucht, obwohl draußen kalt und trocken ist, liegt das nach dieser Rechnung eher an der Wand als an der Luft.
Wer einen alten Keller ausbauen will, findet im Leitfaden eine Warnung. Werden Ziegelwände mit Trockenbau verkleidet und der Boden mit Estrich und dichtem Belag versehen, kann die Feuchte aus dem Erdreich nicht mehr in gleichem Maß an die Raumluft abgegeben werden. Vorsatzschalen sollten in feuchten Kellerräumen „nicht eingesetzt werden“.
Die Taupunkt-Tabelle als Blatt
20 bis 30 Grad, 40 bis 80 Prozent, auf einer Seite zum Ausdrucken. Kommt mit dem ersten Tagebucheintrag.
Was ich nicht klären konnte
Die Tabelle rechnet nur mit der Luft. Wie viel Wasser ein Keller über Wände und Boden aufnimmt und wie viel die Wände an die einströmende Luft an Wärme abgeben, hängt am Haus. Das habe ich nicht gerechnet und in einem Keller nicht gemessen. Eine eigene Grenze für Kellerräume nennen weder der Leitfaden noch die Verbraucherzentrale. Die 70 bis 80 Prozent gelten dort allgemein für die Luft direkt vor einer Wand.
Quellen, abgerufen am 06.10.2026: UBA-Schimmelleitfaden (2017, aktualisiert April 2024; S. 60, 72 und 76); Verbraucherzentrale, Heizen und Lüften: So geht's richtig (Stand 16.09.2026).