Alternative zur Nachtspeicherheizung: vier Wege, zwei davon habe ich selbst bezahlt
Kurz
- Ich habe die Frage zwei Jahre lang falsch gestellt. Ein Ofen wird nicht gegen ein Gerät getauscht, sondern gegen eine Entscheidung darüber, wie die Wärme in den Raum kommt.
- Von vier Varianten habe ich zwei mit eigenem Geld geprüft: Infrarot und Wärmepumpe. Pellet und Fernwärme stehen hier als Lücke, nicht als Urteil.
- Der Zähler stand im Jahr danach 2.900 Kilowattstunden tiefer. Was davon die Technik war und was die Regelung, kann ich nicht trennen — gemessen habe ich nur den Hauszähler.
Im Januar 2022 stand die Abrechnung auf dem Küchentisch und ich habe angefangen, nach einem Gerät zu suchen. Nach einem, das ich kaufen kann, damit die Sache erledigt ist. So habe ich die Frage zwei Jahre lang gestellt, und sie war falsch gestellt. Die Suche hat mich 2.950 Euro gekostet, bevor ich verstanden hatte, wonach ich eigentlich suche.
Das ist die Zahl, die jede Alternative schlagen muss: 17.800 Kilowattstunden in zwölf Monaten, acht Öfen in einem freistehenden Haus von 1982 mit rund 145 Quadratmetern beheizter Fläche, dazu eine eigene Elektroheizung im Bad. Bei 38 Cent je Kilowattstunde steht darunter eine Jahresrechnung, die ich hier nicht dramatisieren muss.
Die Frage, die vor der Gerätewahl kommt
Ein Nachtspeicherofen hat keinen Wasserkreis. Er hängt an der Wand, zieht Strom, gibt Wärme ab, fertig. Alles, was Wasser als Träger benutzt — Wärmepumpe, Pellet, Fernwärme —, braucht deshalb zwei Baustellen statt einer: den Wärmeerzeuger und die Leitungen mit den Flächen, an denen die Wärme im Raum ankommt. Wer nur die Erzeugerpreise vergleicht, vergleicht die halbe Rechnung.
Genau daran sind meine ersten vier Angebote auseinandergelaufen. Nicht an der Technik, sondern an den Positionen, die niemand hinschreibt, weil sie selbstverständlich scheinen. Wie aus 5.300 Euro Spanne 1.400 wurden, steht in Eintrag 12.
Was ich zuerst gekauft habe
Infrarotpaneele, Herbst 2022, mit Thermostaten zusammen 2.950 Euro. Kein Wasser, keine Leitungen, in zwei Nachmittagen an der Wand. Das war der ganze Reiz. Im Jahr danach lag der Zähler um 2.900 Kilowattstunden niedriger, rund 16 Prozent, zwölf Monate mitgeschrieben.
Diese Zahl wird gern als Argument für Infrarot benutzt, auch von mir, und sie taugt nicht dazu. Ein Paneel wandelt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme; eine Wärmepumpe macht aus derselben Kilowattstunde etwa drei. Physikalisch hat sich also nichts verbessert. Verbessert hat sich, dass ein Ofen nachts nicht mehr das ganze Haus volllädt, sondern ein Thermostat den Raum heizt, in dem gerade jemand sitzt. Gespart hat die Regelung, nicht das Gerät. Das ist meine Erklärung und mehr als eine Vermutung ist sie nicht. Ich habe den Hauszähler abgelesen, nicht raumweise gemessen.
Vier Varianten, und was jede vom Haus verlangt
| Variante | was das Haus dafür braucht | was ich selbst geprüft habe |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Wasserkreis, Heizflächen, Platz für das Außengerät, gerechnete Heizlast | vier Betriebe 2023 in zwei Runden, zwei Angebote 2024; gebaut habe ich bis heute nichts |
| Infrarot, Direktstrom | Steckdose und ein Thermostat je Raum, sonst nichts | 2.950 Euro bezahlt, zwölf Monate Zähler: 2.900 kWh weniger |
| Pellet, Scheitholz | Wasserkreis, Lagerraum, Schornstein, jemand der nachlegt | nichts. Kein Angebot eingeholt, keinen Schornsteinfeger gefragt |
| Fernwärme | eine Leitung in der Straße und eine Übergabestation im Haus | nichts. Ob bei mir überhaupt eine Leitung liegt, habe ich nie nachgefragt |
Eigene Angebote und eigener Zählerstand, 2022 bis 2024, ein Haus. Die beiden unteren Zeilen sind eine Lücke in meinem Tagebuch, kein Urteil über die Technik.
Ich lasse die zwei leeren Zeilen bewusst stehen. Eine Tabelle, in der jede Zeile gefüllt ist, sieht nach Übersicht aus, und die hätte ich mir hier ausdenken müssen.
Was das Rausschmeißen kostet, steht in keinem Prospekt
Ein alter Nachtspeicherofen ist mit Schamottesteinen gefüllt und wiegt so viel, dass ihn niemand nebenbei die Treppe hinunterträgt. Demontage und Abtransport sind eine eigene Position, und in meinem billigsten Angebot stand sie nicht drin — deshalb sah es billig aus.
Dazu kommt eine Frage, die ich für mein eigenes Haus bis heute nicht beantwortet habe: In älteren Nachtspeichergeräten können Asbest oder künstliche Mineralfasern verbaut sein, und dann ist der Ausbau kein Handwerkerthema mehr, sondern ein Fachentsorgungsthema mit eigenem Preis. Mein Haus ist von 1982. Für sich genommen beweist das nichts: welches Material in einem einzelnen Gerät steckt, sagt kein Baujahr, und ob die Öfen so alt sind wie das Haus oder aus einem Vorgängerbestand stammen, habe ich nie geklärt. Ich habe die Geräte, ich habe keinen Nachweis, und geöffnet habe ich keines. Wer diesen Punkt überspringt, kann sich damit eine Rechnung einhandeln, die größer ist als die Differenz zwischen zwei Angeboten.
Die Fragenliste für Angebote
Eine Seite: was in einem Angebot stehen muss, damit man zwei davon nebeneinanderlegen kann — inklusive der Positionen, die in meinem ersten Stapel fehlten. Den Link schicke ich mit dem ersten Tagebucheintrag.
Die Maßnahme, die vor allen vier Varianten steht
65 Euro für Dämmplatte und Dichtungsband, ein Samstagvormittag, über vier Grad Unterschied an einer Fläche, die vorher wie ein offenes Fenster gewirkt hat. Solche Maßnahmen wirken unabhängig davon, welches Gerät danach im Haus steht, und sie senken die Heizlast, nach der die Anlage ausgelegt wird. Bei meinem zweiten Wärmepumpenangebot waren das 2.100 Euro Unterschied — dieselbe Firma, dasselbe Haus, nur die Dämmung vorher. Die ganze Reihenfolge steht in Eintrag 14.
Was ich nicht sagen kann
Welche der vier Varianten bei Ihnen die richtige ist. Ich habe ein Haus gesehen, meines, und in dem steht bis heute keine Wärmepumpe. Zwei Zahlen können Sie aber selbst nachrechnen, bevor Sie jemanden ins Haus lassen: Ihr Jahresverbrauch und Ihr Strompreis, beide stehen auf Ihrer Abrechnung. Der Rechner macht daraus eine Amortisationszeit, ohne Adressabfrage.
Und noch etwas, das ich beim Schreiben gern weggelassen hätte: Ich habe im September 2023 kein einziges der vier Angebote angenommen. Das Geld ging in die Hülle. Ob das die klügere Entscheidung war oder nur die bequemere, weiß ich erst, wenn die Anlage steht.