Bevor Sie Angebote holen: vier Zählerstände, ein Blatt Papier
Kurz
- Die Jahresabrechnung sagt, was das Haus insgesamt verbraucht hat. Für die Heizung brauchen Sie den Anteil, und den liest niemand für Sie ab.
- Vier Ablesungen genügen: Beginn und Ende der Heizperiode, dazu zwei Sommerwochen als Grundlast.
- Bei mir ist ein Jahreswert belegt: 17.800 kWh in zwölf Monaten. Was diese Zahl belegt und was nicht, steht weiter unten.
Jedes Angebot, jeder Rechner und jede Förderberatung fragt als Erstes nach dem Verbrauch. Wer dann die Zahl von der Jahresabrechnung nennt, nennt den Verbrauch des ganzen Hauses: Heizung, Warmwasser, Kühlschrank, Waschmaschine, Licht. Für eine Auslegung ist das zu grob, und für einen Vergleich zwischen zwei Jahren ist es unbrauchbar, sobald sich sonst etwas geändert hat.
Die Liste, die ich mir nach vier Angeboten geschrieben habe
Zeile für Zeile, was in einem Wärmepumpen-Angebot stehen muss, damit sich zwei Angebote überhaupt vergleichen lassen. Den Link schicke ich per Mail, danach kommt einmal die Woche ein Eintrag aus dem Haus.
Die vier Ablesungen
Ich schreibe Datum, Uhrzeit und Zählerstand auf ein Blatt, das im Zählerschrank liegt. Handy-Foto vom Display dazu, weil eine Ziffer beim Abschreiben schneller verrutscht, als man denkt.
- Anfang der Heizperiode, an dem Tag, an dem Sie zum ersten Mal heizen.
- Ende der Heizperiode, wenn die Heizung aus bleibt.
- Zwei Sommerwochen, Anfang und Ende, ohne Urlaub und ohne Besuch. Der Verbrauch geteilt durch die Tage ist Ihre Grundlast: alles, was auch ohne Heizung läuft.
Heizverbrauch ist dann: Verbrauch der Heizperiode minus Grundlast mal Anzahl der Tage. Das ist eine Schätzung und keine Messung — Warmwasser steckt je nach Anlage noch mit drin, und im Winter brennt länger Licht. Sie ist aber die erste Zahl, die überhaupt vom Heizen handelt, und sie kostet vier Minuten im Jahr.
Bei mir ist ein Jahreswert belegt: 17.800 Kilowattstunden, abgelesen am 5. Januar 2022. Einen zweiten Jahreswert, der sich sauber daneben stellen ließe, habe ich nicht dokumentiert, deshalb zeige ich hier keinen Vorher-nachher-Vergleich. Auch zwei Werte wären kein Beweis dafür, dass eine bestimmte Maßnahme den Unterschied verursacht hat. Dazwischen liegen ein anderer Winter, womöglich eine Dämmung und ein Haushalt, der nicht jeden Tag gleich lebt.
Wofür die Zahl dann taugt
Sie taugt für drei Dinge: als Eingabe in einen Rechner, als Prüfgröße gegen die Heizlast im Angebot — eine Auslegung, die zu Ihrem gemessenen Verbrauch quer steht, gehört hinterfragt — und als Ausgangspunkt, gegen den Sie in zwei Jahren wieder messen. Für den ersten Punkt liegt hier ein Rechenblatt, das im Browser läuft und keine Adresse abfragt. Für den zweiten stehen die vier Fragen in Eintrag 18.
Was ich nicht sagen kann
Wie hoch Ihre Grundlast ausfällt und ob Ihr Zähler den Heizstrom getrennt führt. Beides hängt an Ihrer Installation. Wenn Sie einen zweiten Zähler für die Heizung haben, ist die ganze Rechnung oben überflüssig — dann lesen Sie einfach zweimal im Jahr ab und haben die Zahl direkt. Dieser zweite Zähler hat auch einen eigenen Vertrag, und beide enden nicht von selbst, wenn die Öfen ausziehen. Was daran hängt, steht in Eintrag 27.
Die Fragenliste für Angebote
Eine Seite mit dem, was in einem Angebot stehen muss, damit man zwei davon nebeneinanderlegen kann. Ihre gemessene Verbrauchszahl gehört in die erste Zeile. Den Link schicke ich mit dem ersten Tagebucheintrag.